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Ob bewusst oder schleichend: Arbeitsbelastung ist ein Thema, das in unserer modernen Arbeitswelt nicht mehr ignoriert werden darf. Denn wenn Anforderungen dauerhaft die eigenen Ressourcen übersteigen, entsteht Überlastung am Arbeitsplatz – mit ernsten Folgen für Körper, Geist und Teamdynamik.

Die gute Nachricht? Arbeitsbelastung lässt sich erkennen, einordnen und aktiv gestalten. Dafür braucht es Wissen, Mut zur Veränderung und die Bereitschaft, gemeinsam Lösungen zu finden.

In diesem Glossar-Beitrag erfährst du, was genau hinter dem Begriff Arbeitsbelastung steckt, wie du eine Arbeitsüberlastung erkennst – und was Unternehmen und Mitarbeitende tun können, um gesund, leistungsfähig und motiviert zu bleiben.

 

Definition: Was bedeutet Arbeitsbelastung?

Der Begriff Arbeitsbelastung beschreibt ganz allgemein die Gesamtheit der Anforderungen, die bei der Arbeit auf eine Person einwirken. Diese können sowohl physischer, psychischer, sozialer als auch organisatorischer Natur sein – je nachdem, wie der Arbeitsplatz und die Aufgaben gestaltet sind.

Wichtig ist: Arbeitsbelastung ist erstmal nicht per se negativ. Viele Belastungen – wie z. B. knappe Deadlines, herausfordernde Projekte oder eine hohe Verantwortung – können sogar leistungsfördernd und motivierend wirken. Sie fordern uns heraus, lassen uns wachsen und geben dem Job Bedeutung.

Problematisch wird es aber dann, wenn die Belastung dauerhaft zu hoch ist – oder die individuellen Ressourcen nicht mehr ausreichen, um diese Belastung zu bewältigen. Dann sprechen wir von negativer Arbeitsbelastung oder eben Arbeitsüberlastung.

Kurz gesagt:
Arbeitsbelastung ist das Maß an Druck, Anforderung und Erwartung – wie wir damit umgehen, entscheidet über die Wirkung.

Was für die eine Person eine gesunde Herausforderung ist, kann für die andere zur dauerhaften Überforderung führen und eine Überlastung am Arbeitsplatz darstellen. Deshalb ist es so wichtig, Belastungen nicht nur zu messen, sondern auch subjektiv zu betrachten – im Dialog mit den Menschen, die sie betrifft.

 

Ursachen für Arbeitsüberlastung

Arbeitsüberlastung entsteht selten aus dem Nichts – sie ist meist das Ergebnis mehrerer Faktoren, die sich im Alltag summieren. Manche sind offensichtlich, andere schleichen sich leise ein. Gemeinsam haben sie oft eines: Sie lassen uns das Gefühl zurück, dass einfach zu viel Arbeit auf uns lastet – zu lange, zu häufig, zu unausgewogen.

Organisatorische Ursachen

Ein ganz typischer Auslöser für Arbeitsüberlastung ist eine schlechte oder fehlende Struktur im Unternehmen. Dazu gehören z. B.:

  • Personalmangel: Wenn Aufgaben auf zu wenige Schultern verteilt werden.

  • Unklare Zuständigkeiten: Wer macht was – und wann? Wenn das niemand so genau weiß, landet alles bei den Falschen.

  • Ständige Unterbrechungen: E-Mails, Anrufe, Meetings – wer ständig abgelenkt wird, fühlt sich schnell zerrissen.

  • Unrealistische Deadlines: Dauerstress durch Zeitdruck, der eigentlich vermeidbar wäre.

Zwischenmenschliche & kulturelle Faktoren

Auch das Arbeitsklima hat enormen Einfluss auf die wahrgenommene Belastung. Überlastung am Arbeitsplatz kann z. B. entstehen, wenn:

  • Kommunikation fehlt oder konfliktreich ist

  • Wertschätzung ausbleibt

  • Führungskräfte keine klaren Prioritäten setzen

  • Leistungsdruck oder Konkurrenzdenken das Miteinander erschweren

Individuelle Auslöser

Jeder Mensch bringt eigene Erwartungen, Ansprüche und Grenzen mit zur Arbeit. Die persönliche Belastungsgrenze ist unterschiedlich – und auch das spielt eine große Rolle:

  • Perfektionismus oder Selbstüberforderung

  • fehlende Abgrenzung (z. B. ständig erreichbar sein)

  • private Belastungen, die sich ins Berufsleben ziehen

Digitalisierung & ständige Erreichbarkeit

Und dann wäre da noch die schöne neue Arbeitswelt – mit Homeoffice, Slack, Zoom und Co. Einerseits praktisch, andererseits eine echte Belastungsfalle, wenn der Laptop nie wirklich zugeklappt wird.

 

Auswirkungen von zu hoher Arbeitsbelastung auf Körper und Psyche

Wenn die Belastung am Arbeitsplatz dauerhaft zu hoch ist, hinterlässt das Spuren – nicht nur im Terminkalender, sondern auch im Körper und Kopf. Und das oft schleichend. Denn Arbeitsbelastung zeigt sich nicht immer sofort, sondern äußert sich häufig erst dann, wenn man eigentlich schon auf dem Zahnfleisch geht.

Physische Folgen

Wer ständig unter Strom steht, hat oft nicht nur Kopfschmerzen – sondern irgendwann echte körperliche Beschwerden. Typische Anzeichen sind:

  • Verspannungen, Rücken- oder Nackenschmerzen

  • Schlafprobleme oder chronische Erschöpfung

  • Magen-Darm-Probleme, Appetitlosigkeit

  • Kreislaufprobleme oder erhöhter Blutdruck

  • Schwaches Immunsystem (ständig krank?)

Viele dieser Symptome werden lange ignoriert. Das Problem: Ohne Veränderung wird’s eben nicht besser – sondern oft schlimmer.

Psychische Auswirkungen

Neben dem Körper leidet auch die Psyche unter Überlastung am Arbeitsplatz. Und auch hier beginnt es oft subtil:

  • Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen oder Rückzug

  • Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit, innere Unruhe

  • Antriebslosigkeit oder das Gefühl, „nichts mehr zu schaffen“

  • Gereiztes Verhalten gegenüber Kolleg*innen oder Kund*innen

  • Im schlimmsten Fall: Burnout, Depression, Angststörungen

Psychische Belastung ist kein Zeichen von Schwäche – sondern ein Alarmsignal. Und zwar eines, das ernst genommen werden muss. Denn die Grenze zwischen mal zu viel Arbeit haben und ständiger Arbeitsüberlastung ist oft schmaler, als man denkt.

 

Woran erkennt man Überlastung am Arbeitsplatz?

Die gute Nachricht: Arbeitsüberlastung kündigt sich meist an – durch Verhalten, Körpersprache oder klare Aussagen. Die schlechte: Viele Anzeichen werden übersehen oder nicht ernst genommen. Deshalb ist es so wichtig, frühzeitig hinzuschauen – bei sich selbst und im Team.

Anzeichen bei Mitarbeitenden:

  • Häufige Fehler, trotz eigentlich guter Fähigkeiten

  • Wachsende Frustration, z. B. durch genervte Kommentare oder Zynismus

  • Zunehmende Fehlzeiten oder häufige Krankmeldungen

  • Sozialer Rückzug, z. B. keine Beteiligung mehr in Meetings

  • Offenes Aussprechen von Überforderung

Selbstwahrnehmung:

Vielleicht kennst du das auch von dir selbst: Du bist dauerangespannt, kannst nach Feierabend nicht abschalten, hast keine Energie mehr für Freunde oder Hobbys? Dann ist das ein deutliches Zeichen für zu viel Arbeit – und ein guter Zeitpunkt, etwas zu verändern.

Führungskräfte in der Verantwortung

Gerade Teamleitungen und HR sollten für diese Signale sensibilisiert sein. Denn Überlastung am Arbeitsplatz ist kein individuelles Problem, sondern meist ein strukturelles. Und da hilft keine Durchhalteparole, sondern nur echtes Zuhören, Umsteuern und Unterstützen.

 

Wie kann man mit Arbeitsüberlastung umgehen?

Zu viel Arbeit, zu wenig Zeit, ständiger Druck – und keine Pause in Sicht? Leider Alltag für viele. Aber es gibt Wege raus aus der Überlastungsfalle. Der erste Schritt: erkennen, dass es so nicht weitergeht. Der zweite: aktiv werden.

Hier sind Strategien, wie du mit Arbeitsüberlastung im Alltag besser umgehen kannst – ob als Einzelperson oder als Team:

1. Priorisieren & Grenzen setzen

Nicht alles ist gleich wichtig. Frag dich bei jeder Aufgabe, wie dringend diese erledigt werden muss und was die höchste Relevanz hat. Hilfreich sind Methoden wie Eisenhower-Matrix, ABC-Analyse oder Timeboxing. Auch mal bewusst „Nein“ zu sagen, ist kein Zeichen von Schwäche – sondern von Selbstführung.

2. Aufgaben strukturieren

Chaos auf dem Schreibtisch = Chaos im Kopf. Plane deinen Tag realistisch, arbeite mit To-do-Listen oder digitalen Tools und gönn dir Pufferzeiten. Multitasking? Lieber nicht – fokussiertes Arbeiten spart auf Dauer mehr Energie.

3. Pausen ernst nehmen

Klingt banal, wirkt aber Wunder: Regelmäßige Pausen, bewusstes Durchatmen, ein kurzer Spaziergang. Wer pausenlos arbeitet, arbeitet irgendwann gar nicht mehr richtig.

4. Hilfe holen

Du hast das Gefühl, du kannst nicht mehr? Dann sprich es an. Bei Kolleg*innen, Führungskräften oder dem Betriebsrat. Niemand sollte Überlastung am Arbeitsplatz allein tragen müssen. Auch professionelle Hilfe (Coaching, Therapie, BGM-Angebote) ist kein Tabu, sondern ein Zeichen von Stärke.

5. Führungskräfte: Verantwortung übernehmen

Wenn du Führungskraft bist, hör hin. Frag nach, schaffe Raum für Feedback – und geh mit gutem Beispiel voran. Arbeitsbelastung betrifft das ganze System, nicht nur einzelne.

 

Welche rechtlichen Pflichten hat der Arbeitgeber?

Nicht zuletzt ist der Schutz vor Arbeitsbelastung auch eine gesetzliche Verpflichtung. Laut Arbeitsschutzgesetz (§ 5 ArbSchG) müssen Arbeitgeber regelmäßig Gefährdungsbeurteilungen durchführen – und dabei auch psychische Belastungen am Arbeitsplatz berücksichtigen.

Das bedeutet: Unternehmen sind verpflichtet, Risiken wie übermäßigen Zeitdruck, ständige Erreichbarkeit oder soziale Konflikte im Team systematisch zu erfassen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Ignorieren ist keine Option – und kann im Ernstfall rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Darüber hinaus sind Arbeitgeber dafür verantwortlich, dass die arbeitszeitrechtlichen Vorgaben eingehalten werden – also Pausenregelungen, maximale Arbeitszeiten und Ruhezeiten. Besonders im Kontext von Homeoffice oder Vertrauensarbeitszeit wird das Thema Arbeitsüberlastung schnell unübersichtlich – umso wichtiger ist es, hier klare Strukturen zu schaffen.

Auch die Fürsorgepflicht spielt eine Rolle: Arbeitgeber müssen alles Zumutbare tun, um Schaden von ihren Mitarbeitenden abzuwenden – auch seelischer Art. Und das nicht nur, weil’s im Gesetz steht, sondern weil es die Basis für eine gesunde, nachhaltige Unternehmenskultur ist.

 

 

 

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