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Ein Gasthof ist weder ein großes Hotel noch ein Systemgastronom. Er lebt von Flexibilität, Kundennähe und kurzen Entscheidungswegen. Gleichzeitig konzentriert sich in inhabergeführten Betrieben oft alles beim Inhaber: Planung, Einspringen, Entscheidungen. Das funktioniert, solange es funktioniert. Sobald der Inhaber ausfällt oder das Team wächst, wird die Konzentration zur Schwachstelle.

In diesem Artikel

  • Der Ruhetag als echte Planungsbesonderheit
  • Hochzeiten und Events als Sonderschichten
  • Der Koch als Schlüsselperson und Risikofaktor
  • Warum auch Inhaberarbeit erfasst werden muss
  • Was ein Dienstplan-Tool für Gasthöfe können muss

Der Gasthof als eigene Kategorie

Gasthöfe haben Planungsbesonderheiten, die größere Betriebe nicht kennen und die Standard-Dienstplan-Tools oft nicht abbilden. Der Ruhetag, die saisonalen Hochzeiten, der eine Vollzeitkoch, der Inhaber, der selbst hinter dem Tresen steht: Das ist keine vereinfachte Version eines Hotels. Das ist eine eigene Betriebsform mit eigener Logik.

Merkmal Systemgastronomie Gasthof
Teamgröße Meist 20–50+ 5–15 Mitarbeitende
Öffnungszeiten 7 Tage, standardisiert 6 Tage mit festem Ruhetag
Planungsverantwortung HR-Abteilung oder Schichtleiter Meist beim Inhaber
Events Selten, zentralisiert Hochzeiten, Feiern, unregelmäßig
Schlüsselpersonen-Risiko Verteilt auf mehrere Hoch: oft 1 Koch, 1 Inhaber

Der Ruhetag: Eine echte Planungsbesonderheit

Viele Gasthöfe haben einen festen Ruhetag, oft Montag oder Dienstag. Das klingt einfach, hat aber konkrete Planungskonsequenzen:

Schichtverteilung auf 6 Tage

Personal arbeitet an sechs Tagen mit einem garantierten freien Tag für alle. Die Wochenplanung muss das berücksichtigen, ohne dass Mitarbeitende regelmäßig an ihrem freien Tag angerufen werden.

Ruhetag als Arbeitstag für interne Aufgaben

Bestellungen, Inventuren und Reparaturen fallen oft auf den Ruhetag. Diese Stunden müssen korrekt erfasst werden, auch wenn das Restaurant geschlossen ist.

Feiertage auf dem Ruhetag

Wenn ein gesetzlicher Feiertag auf den Ruhetag fällt, müssen Sonderschichten oder Ausnahmen klar im Plan markiert werden. Feiertagszuschläge entstehen auch dann, wenn sonst Ruhetag wäre.

Hochzeiten und Events als Sonderschichten

Hochzeiten, Geburtstagsfeiern und Betriebsfeste sind wichtige Einnahmequellen für viele Gasthöfe. Sie erfordern deutlich mehr Personal als ein normaler Samstag und müssen separat geplant werden:

  • Eigene Schichtkategorie anlegen. Event-Schichten unterscheiden sich von regulären Schichten: andere Zeiten, andere Teamzusammenstellung, oft externe Aushilfen.
  • Früh genug kommunizieren. Mitarbeitende brauchen Vorlauf, um private Termine anzupassen. Wer eine Hochzeit erst eine Woche vorher kommuniziert, bekommt schlechtere Verfügbarkeiten.
  • Externe Aushilfen einplanen. Für Großevents reicht das Stammteam meist nicht. Aushilfen müssen als Mitarbeitende im System hinterlegt sein, damit sie eingeplant werden können.
  • Zeiten flexibel halten. Events enden selten pünktlich. Der Plan muss Spielraum für verlängerte Schichten lassen und die Zeiterfassung muss diese automatisch erfassen.

Der Koch als Schlüsselperson

In kleineren Gasthöfen gibt es oft nur einen Vollzeitkoch. Das macht diese Person zur kritischsten Stelle im gesamten Betrieb: Wenn der Koch krank ist oder kündigt, ist der Gasthof in einer Notlage.

Das Schlüsselpersonen-Risiko

Ein Betrieb, der auf einer einzelnen Person basiert, ist verletzlich. Das gilt nicht nur für den Koch, sondern für jede Position, die nicht vertreten werden kann. Gute Planung reduziert dieses Risiko durch frühzeitige Urlaubsabstimmung, dokumentierte Abläufe und aufgebaute Vertretungslösungen.

  • Urlaub frühzeitig planen und respektieren. Der Koch-Urlaub muss Monate im Voraus festgelegt sein, damit Vertretungen rechtzeitig organisiert werden können.
  • Vertretungslösungen aufbauen. Eine Liste qualifizierter Aushilfsköche, die kurzfristig einspringen, ist kein Luxus, sondern Betriebssicherheit.
  • Küchenhilfen mit Teilqualifikation entwickeln. Mitarbeitende, die einfache Gerichte zubereiten können, reduzieren die Abhängigkeit vom Vollzeitkoch an ruhigeren Tagen.

Inhaberarbeit erfassen

Viele Inhaber springen bei Ausfällen ein, decken Spätschichten ab und erledigen administrative Aufgaben außerhalb der Öffnungszeiten. Diese Stunden werden oft nicht erfasst, weil der Inhaber denkt: "Das ist mein Betrieb." Das erzeugt ein falsches Bild der tatsächlichen Personalkosten.

Merksatz: Wer die eigenen Stunden nicht erfasst, rechnet seinen Betrieb systematisch zu günstig. Erst wenn Inhaberarbeit im System sichtbar ist, lässt sich beurteilen, ob eine zusätzliche Teilzeitkraft betriebswirtschaftlich sinnvoll wäre.

Was ein Dienstplan-Tool für Gasthöfe können muss

  • Sofort nutzbar ohne IT-Infrastruktur. Kleine Gasthöfe haben keine IT-Abteilung. Das Tool muss ohne lange Einarbeitung funktionieren, direkt vom Smartphone aus.
  • Ruhetage automatisch berücksichtigen. Der feste Ruhetag muss im System hinterlegt sein, sodass er nicht jede Woche manuell eingetragen werden muss.
  • Event-Schichten als eigene Kategorie. Hochzeiten und Feiern brauchen eigene Schichttypen mit flexiblen Zeiten und abweichenden Teams.
  • Zeiterfassung für alle, auch den Inhaber. Alle geleisteten Stunden müssen erfasst werden können, unabhängig davon, ob jemand Angestellter oder Inhaber ist.
  • Mobile App für Mitarbeitende. Schichtplan, Tauschfunktion und Kommunikation über das Smartphone, nicht über Aushänge oder WhatsApp-Gruppen.
  • Günstig im Preis. Ein Gasthof mit 8 Mitarbeitenden kann keine Enterprise-Software finanzieren. Der Preis muss zur Betriebsgröße passen.

Häufige Fragen zum Gasthof-Dienstplan

Ab wie vielen Mitarbeitenden lohnt sich ein digitaler Dienstplan für einen Gasthof?
Schon ab 5 bis 6 Mitarbeitenden entsteht ein Koordinationsaufwand, der sich mit einem einfachen Tool deutlich reduzieren lässt. Unter dieser Grenze reicht oft ein gemeinsamer Kalender.

Wie plant man Aushilfen für Hochzeiten und Events?
Aushilfen sollten als Mitarbeitende im System hinterlegt sein, auch wenn sie nur gelegentlich arbeiten. So sind ihre Qualifikationen und Verfügbarkeiten bei der Planung sichtbar, ohne dass jedes Mal von vorne gefragt werden muss.

Muss der Inhaber selbst im Dienstplan stehen?
Ja, wenn der Inhaber regelmäßig operativ arbeitet. Nur so entsteht ein realistisches Bild des Personalbedarfs und der tatsächlichen Kosten. Viele Inhaber stellen erst dann fest, dass sie eine Halbtagsstelle mehr brauchen.

Wie geht man mit dem Ruhetag bei Feiertagen um?
Fällt ein Feiertag auf den Ruhetag, müssen Sonderschichten oder Ausnahmen klar markiert und mit den richtigen Feiertagszuschlägen versehen sein. Gute Systeme erlauben es, solche Ausnahmen einmalig einzutragen, ohne die Grundstruktur zu ändern.

Was tun, wenn der einzige Koch kurzfristig ausfällt?
Hier zeigt sich der Wert einer gepflegten Einspringer-Liste. Wer schon vorab qualifizierte Vertretungsköche als Kontakte im System hat, kann schnell reagieren. Wer erst im Notfall sucht, hat kaum Optionen.

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Fazit

Der Gasthof braucht kein kompliziertes System, aber ein durchdachtes. Ruhetage, Hochzeiten, ein kritischer Koch und ein Inhaber, der selbst mit anpackt: Diese Realität muss der Dienstplan abbilden können. Wer das mit einem Tool löst, das sofort funktioniert und keine Einarbeitung braucht, gewinnt Zeit für das, was den Gasthof ausmacht: den Gast.

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