KV, RV, BGRS, ST, GB – auf kaum einem Dokument gibt es so viele Abkürzungen wie auf der Lohnabrechnung. Doch was genau bedeuten diese eigentlich? In diesem Guide erklären wir dir die Bedeutung der wichtigsten Abkürzungen auf der Lohnabrechnung. Verständlich und so strukturiert, dass du deine Abrechnung wirklich lesen kannst.
Zusammenfassung: Das Wichtigste auf einen Blick
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Warum sind auf der Lohnabrechnung so viele Abkürzungen?
Lohn- und Gehaltsabrechnungen sind rechtliche Abrechnungen. Sie müssen eindeutig, vergleichbar und korrekt sein und das für Millionen von Beschäftigten in ganz Deutschland. Genau deshalb wird hier stark mit Abkürzungen gearbeitet.
Viele dieser Kürzel sind gesetzlich oder technisch vorgegeben. Sie sorgen dafür, dass Abrechnungen:
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standardisiert aufgebaut sind
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von Software, Steuerkanzleien und Behörden gleich verstanden werden
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auch bei vielen Mitarbeitenden übersichtlich bleiben
Für Unternehmen ist das praktisch. Für Mitarbeitende wirkt es dagegen oft kompliziert.
Ein weiterer Grund: Auf einer Lohnabrechnung treffen viele Informationen zusammen. Steuern, Sozialabgaben, Versicherungen, Freibeträge, Zuschläge. All das muss auf ein einziges Dokument passen. Abkürzungen sparen Platz und vermeiden lange Wiederholungen.
Typisch ist außerdem, dass viele Abkürzungen aus dem Abrechnungs- und Steuerrecht stammen. Sie sind fachlich korrekt, aber selten selbsterklärend. Wer zum ersten Mal „BGRS“ oder „ST-Brutto“ liest, kann damit meist wenig anfangen, obwohl diese Angaben wichtig sind.
Wichtig für dich zu wissen:
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Abkürzungen auf der Lohnabrechnung sind normal und kein Warnsignal
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sie bedeuten nicht automatisch, dass etwas kompliziert oder falsch ist
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mit der richtigen Erklärung lassen sie sich gut verstehen
Genau hier setzt dieser Guide an: Wir übersetzen die Abkürzungen der Lohn- und Gehaltsabrechnung Schritt für Schritt in verständliche Sprache – damit du weißt, was wofür abgezogen wird und warum am Ende genau dieser Nettobetrag übrig bleibt.
Wie ist eine Lohnabrechnung aufgebaut?
Auch wenn Lohnabrechnungen auf den ersten Blick kompliziert wirken: Der Aufbau ist fast immer gleich. Genau das macht es leichter, Abkürzungen einzuordnen und die Abrechnung Schritt für Schritt zu verstehen.
Eine Lohn- oder Gehaltsabrechnung besteht in der Regel aus drei klaren Bereichen. Wenn du weißt, was in welchem Teil steht, findest du dich deutlich schneller zurecht.
1. Kopfteil: Wer wird abgerechnet?
Im oberen Bereich der Abrechnung stehen die Stammdaten. Hier geht es darum, für wen und für welchen Zeitraum die Abrechnung gilt.
Typische Angaben im Kopfteil sind:
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Name und Adresse von Arbeitgeber und Mitarbeiter*in
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Abrechnungsmonat
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Steuer-ID
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Steuerklasse
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Sozialversicherungsnummer
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Krankenversicherung
Diese Angaben sind wichtig, weil sie festlegen, welche Abgaben und Abkürzungen im weiteren Verlauf der Abrechnung greifen.
2. Hauptteil: Brutto, Abzüge und Abkürzungen
Der Hauptteil ist der Abschnitt, der die meisten Fragen aufwirft – und der voller Abkürzungen steckt.
Hier findest du unter anderem:
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Bruttolohn oder Bruttogehalt
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Zuschläge und Zulagen
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Abkürzungen für Steuern und Sozialabgaben
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Abzüge wie Lohnsteuer, Krankenversicherung oder Rentenversicherung
In diesem Bereich wird sichtbar, warum vom Brutto nicht alles bei dir ankommt. Viele der später erklärten Kürzel beziehen sich genau auf diesen Teil.
3. Schlussteil: Was bleibt übrig?
Am Ende der Abrechnung steht das Ergebnis:
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der Nettobetrag, der ausgezahlt wird
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ggf. der Auszahlungszeitpunkt
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manchmal auch Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung
Welche Kategorien von Abkürzungen gibt es?
Egal ob Lohn- oder Gehaltsabrechnung: Bestimmte Abkürzungen tauchen fast immer auf. Sie gehören zum festen Standard jeder Abrechnung, weil sie Steuern, Sozialabgaben und Berechnungsgrundlagen abbilden.
Grundsätzlich lassen sich die Abkürzungen auf der Lohnabrechnung in mehrere Kategorien einteilen. Das hilft enorm beim Lesen und Prüfen.
Die wichtigsten Kategorien von Abkürzungen
Auf fast jeder Abrechnung findest du Kürzel aus diesen Bereichen:
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Steuern
z. B. Lohnsteuer, Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag -
Sozialversicherung
z. B. Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung -
Brutto- und Berechnungswerte
z. B. Gesamtbrutto, Steuerbrutto oder Einmalzahlungen -
Schlüssel & Merkmale
z. B. Beitragsgruppen oder Personengruppen
Warum diese Abkürzungen besonders wichtig sind
Die Abkürzungen auf der Lohnabrechnung sind nicht nur „informativ“, sondern haben konkrete Auswirkungen:
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sie bestimmen, wie viel Steuer du zahlst
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sie legen fest, wie hoch deine Sozialabgaben sind
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sie beeinflussen, wie dein Netto berechnet wird
Lohnabrechnung Bedeutung Abkürzungen in der Übersicht
Ein großer Teil der Abkürzungen auf der Lohnabrechnung bezieht sich auf Steuern. Sie erklären, welche Abzüge vom Brutto vorgenommen werden und warum der Nettobetrag niedriger ausfällt.
Die folgende Tabellen zeigt dir die verschiedenen Kategorien von Abkürzungen und ihren Bedeutungen auf der Lohnabrechnung.
Steuer-Abkürzungen auf der Lohnabrechnung
| Abkürzung | Bedeutung | Erklärung |
| LSt | Lohnsteuer | Steuer auf dein Einkommen aus nichtselbstständiger Arbeit |
| KiSt / KiSt A / KiSt B | Kirchensteuer | Zusätzliche Steuer, wenn du Mitglied einer Kirche bist |
| SolZ / Soli | Solidaritätszuschlag | Ergänzungssteuer zur Lohnsteuer (heute oft 0 €) |
| StKl | Steuerklasse | Bestimmt, wie hoch deine Lohnsteuer ausfällt |
| Ki.Frbtr. | Kinderfreibetrag | Steuerlicher Freibetrag für Kinder |
| ST | Steuerbrutto | Bruttobetrag, der für die Steuerberechnung zählt |
| E | Einmalbezug | Einmalige Zahlung, z. B. Bonus oder Urlaubsgeld |
| P | Pauschalsteuer | Steuer wird pauschal vom Arbeitgeber abgeführt |
Abkürzungen der Sozialversicherung auf der Lohnabrechnung
| Abkürzung | Bedeutung | Erklärung |
| KV | Krankenversicherung | Beitrag für medizinische Versorgung |
| PV | Pflegeversicherung | Absicherung bei Pflegebedürftigkeit |
| RV | Rentenversicherung | Vorsorge für die Altersrente |
| AV | Arbeitslosenversicherung | Absicherung bei Arbeitslosigkeit |
| AN | Arbeitnehmenranteil | Anteil, den du selbst zahlst |
| AG | Arbeitgeberanteil | Anteil, den dein Arbeitgeber übernimmt |
| BGRS | Beitragsgruppenschlüssel | Schlüssel, der festlegt, welche Beiträge gelten |
| PGRS | Personengruppenschlüssel | Kennzeichnung deiner Beschäftigungsart |
| MFB | Mehrfachbeschäftigung | Kennzeichnet mehrere gleichzeitige Jobs |
Typische Abkürzungen zu Brutto und Netto auf der Lohnabrechnung
| Abkürzung | Bedeutung | Erklärung |
| GB | Gesamtbrutto | Gesamte Bruttovergütung inklusive aller Bestandteile |
| ST | Steuerbrutto | Betrag, auf dessen Basis Steuern berechnet werden |
| SV-Brutto | Sozialversicherungsbrutto | Grundlage für Sozialabgaben |
| H | Hinzurechnungsbeitrag | Wird bei bestimmten Steuerfällen berücksichtigt |
| N | Nachberechnung | Korrektur aus einem vorherigen Abrechnungsmonat |
| ÜStd | Überstunden | Zusätzlich vergütete Arbeitszeit |
| Netto | Auszahlungsbetrag | Beitrag, der auf deinem Konto landet |
Wie lange solltest du deine Lohnabrechnung aufbewahren?
Auch wenn Lohnabrechnungen oft einfach im E-Mail-Postfach landen oder digital abgelegt werden: Aufbewahren lohnt sich. Sie dienen als Nachweis für Einkommen, Abgaben und Beschäftigungszeiten und können später wichtig werden.
Wichtig ist jedoch: Für Mitarbeitende und Arbeitgeber gelten unterschiedliche Regeln.
Aufbewahrung für Mitarbeitende
Als Mitarbeitende:r bist du nicht gesetzlich verpflichtet, deine Lohn- oder Gehaltsabrechnungen aufzubewahren. Trotzdem ist es sinnvoll, sie eine Zeit lang zu behalten.
Empfohlen wird:
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Lohnabrechnungen mindestens einige Jahre aufzubewahren
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besonders, wenn sie für Anträge oder Nachweise gebraucht werden
Typische Situationen, in denen alte Abrechnungen wichtig sind:
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Rentenanträge
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Elterngeld oder Arbeitslosengeld
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Kredite oder Mietverträge
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Rückfragen zu Steuer- oder Sozialabgaben
Aufbewahrungspflicht für Arbeitgeber
Für Arbeitgeber sieht es anders aus. Hier gibt es klare Vorgaben.
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Entgeltabrechnungen müssen mindestens 6 Jahre aufbewahrt werden
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Die Pflicht gilt unabhängig davon, ob die Abrechnung digital oder auf Papier vorliegt
Diese Frist ist wichtig, weil Abrechnungen bei Prüfungen durch Behörden oder Sozialversicherungsträger vorgelegt werden müssen.
Fazit: Lohnabrechnung verstehen heißt Kontrolle behalten
Eine Lohn- oder Gehaltsabrechnung wirkt auf den ersten Blick kompliziert, vor allem wegen der vielen Abkürzungen. Aber genau diese Kürzel folgen einer klaren Logik. Wer ihre Bedeutung kennt, kann die eigene Abrechnung deutlich besser einordnen und weiß, wohin das eigene Geld fließt.
Gerade in Branchen wie Gastro, Event oder Einzelhandel, in denen Arbeitszeiten und Löhne variieren, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Abkürzungen auf der Lohnabrechnung sind kein Geheimcode, sondern eine Art Kurzsprache für Steuern, Sozialabgaben und Berechnungen.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Warum gibt es so viele Abkürzungen auf der Gehaltsabrechnung?
Abkürzungen sorgen für Standardisierung und Platzersparnis und stellen sicher, dass Abrechnungen von Unternehmen, Steuerkanzleien und Behörden einheitlich verstanden werden.
Was bedeutet Steuerbrutto auf der Lohnabrechnung?
Das Steuerbrutto ist der Betrag, auf dessen Basis die Lohnsteuer berechnet wird. Es kann vom Gesamtbrutto abweichen, etwa durch steuerfreie oder pauschal versteuerte Bestandteile.
Wie lange soll ich meine Lohnabrechnung aufbewahren?
Mitarbeitende haben keine gesetzliche Pflicht, sollten Lohnabrechnungen aber mehrere Jahre aufbewahren. Arbeitgeber müssen sie mindestens sechs Jahre archivieren.
Was bedeuten die Abkürzungen auf der Lohnabrechnung?
Die Abkürzungen stehen für Steuern, Sozialabgaben, Brutto- und Nettowerte sowie technische Merkmale, die für die korrekte Abrechnung notwendig sind.
Recommended citation
Staffomatic Redaktion (2026) Lohnabrechnung Bedeutung Abkürzungen – ein Guide
Verfügbar unter: https://www.staffomatic.com
